News Mai 2022 #2 – Die Entstörung

Von Samstag den 7.Mai 2022 um kurz nach 9 Uhr morgens gab es, aufgrund einer Leitungsunterbrechung, einen Stromausfall. Dadurch war nicht nur DB0WIZ ohne Stromversorgung, auch die Luftmessstelle der HLNUG und auch der unweit stehende Standort der deutschen Funkturm, welcher unter anderem auch den Mobilfunk einiger Ortschaften versorgt, sind ausgefallen. Der Schaden konnte am Mittwoch lokalisiert werden und wurde gegen 15 Uhr dann endlich behoben, seit dem ist DB0WIZ auch wieder on Air – FÜNF TAGE hat diese Entstörung gedauert!!!

Ursache war, laut unserem Kenntnisstand, eine Unterbrechung einer Phase im Erdreich, so musste der Betreiber erst einmal das Erdkabel durchmessen, um die betroffene Fehlstelle lokalisieren zu können. Offenbar konnte die Leitung recht schnell wieder geflickt werden, so dass dieses Problem gelöst scheint. Wie es zu der Unterbrechung kam ist uns allerdings unbekannt.

Das Stromnetz in der Bundesrepublik ist, wie allgemein bekannt, in weiten Teilen überaltert. Viele Leitungen und Bauteile von Trafostationen werden über ihre seinerzeit geplante Lebensdauer so lange in Betrieb gehalten, bis sie schlussendlich defekt sind, erst dann werden die Betreiber aktiv. Dies ist verständlich, da Unterhaltung und Wartung teure Angelegenheiten sind. Leider sind auch kritische Infrastrukturen sehr teuer im Betrieb und so verzichten die Betreiber solcher Anlagen häufig auf sogenannte „gehärtete“ Leitungen, sowohl in Vernetzungs- als auch Versorgungsangelegenheiten.

Wir Funkamateure würden uns ja ebenfalls gern als systemkritisch betrachten, dies ist in der Bundesrepublik Deutschland von Regierungsseite, respektive Katastrophenschutz, allerdings, so wie es sich einige von uns gewiss wünschen, nicht vorgesehen. Das hat natürlich den freiheitlichen Vorteile nicht verpflichtet bzw. „rangezogen“ zu werden, wenn der Katfall eintritt. Allerdings ist der Gedanke natürlich verlockend, da der Amateurfunk dadurch sicher in seinem gesellschaftlichen Stellenwert wieder in den Vordergrund rücken könnte. Gemeinnützig betrachtet, und gewiss auch allgemein gesellschaftlich nicht zu ignorieren, ist die Tatsache, dass wir als Funkamateure mit unseren Vernetzungsmöglichkeiten häufig dann noch Nachrichten übermitteln können, wenn kommerziell bereits alles ausgefallen ist. Hier gibt es sicherlich unzählige Ansätze, wie auch Meinungen, was notwendig wäre oder was man tun müsste. Für uns als Relaisbetreiber ist es einfach nur wichtig, dass wir über den Berg wenigstens eine der einfacheren Betriebsarten für einen längeren Zeitraum am Leben erhalten können, wenn die Stromnetzversorgung mal einige Tage nicht verfügbar ist.

Da die meisten digitalen Betriebsarten nur sinnvoll über eine IP-Vernetzung zu anderen Relaisstellen bzw. Servern eingesetzt werden, die Vernetzungen aber bei einem großflächigen Stromausfall vermutlich eh nicht funktionieren würden ist unser Ziel: das analoge FM muss laufen und das möglichst lang! Die anderen Betriebsarten sind nebenrangig. Einzig die Tetra-Zelle würde sich noch im näheren Umfeld sinnvoll einsetzen lassen, hier ist aber die Nutzergemeinte noch so klein, dass wichtige Nachrichten vielleicht garnicht gehört würden und der Stromverbrauch vergleichsweise so hoch ist, dass es unsinnvoll erscheint diese Betriebsart bei einem Stromausfall über eine Netzersatzanlage laufen zu lassen. Es wäre natürlich ein Traum, wenn wir die gesamte Anlage über ein, zwei Wochen, unabhängig vom Stromnetz über Akkus, Solar oder Wind betreiben zu können. Aber Träume sind Schäume und so müssen wir uns der Realität stellen, dass dies auch einen gigantischen finanziellen Aufwand darstellen würde.

Warten wir also mal ab was uns die Zeit so bringt und was sich an Solar, Wechselrichtern usw. auftreiben lässt. Wer das Projekt für autarke Energie unterstützen will ist freilich herzlich willkommen, immerhin würde dadurch auch die Leistungsaufnahme aus dem Netz im normalen Betrieb reduziert und somit ist auch der Umweltaspekt nicht unerheblich.

In diesem Sinne

Vy73 de Dennis DB2OE

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